Jul 04 2009

Wie Fernsehen im Netz aussehen kann

ZAPP PlusWenn Fernsehbeiträge im Internet landen, dann meist genau so, wie sie im Fernsehen ausgestrahlt wurden. Schade eigentlich, so bleiben die vielen Möglichkeiten des Internets ungenutzt. Ein positives Beispiel ist neuerdings das NDR-Medienmagazin „Zapp“. „Zapp Plus“ nennt sich das gelungene Internetangebot. Durch Klick auf Moderatorin Anja Reschke wird die Anmoderation gestartet, man kann den Beitrag aber auch direkt anschauen. Während des Films werden an geeigneten Stellen Links eingeblendet, die vertiefende Informationen liefern. Das kann auch mal ein Radiobeitrag sein. Außerdem wird Material zugänglich gemacht, das zwar gedreht wurde, aber im Fernsehbeitrag keinen Platz mehr fand. So werden aus Interviews ja oft nur ein paar Sekunden für einen O-Ton verwendet – in „Zapp Plus“ kann man sich dann das ganze Interview anschauen. So sollte es sein!

Mai 29 2009

Wenn eine Lokalzeitung Fernsehen machen will

Nein, ich kann mich nicht von der Heimat trennen. Auch wenn ich seit elf Jahren nicht mehr für die „Braunschweiger Zeitung“ arbeite, interessiert es mich doch noch, was da passiert, wo ich einst in den Journalismus eingestiegen bin. Was neu ist: Es gibt nun „Web-Nachrichten“ – ein moderiertes Bewegtbild-Format.


Technisch sind die „Web-Nachrichten“ im Prinzip ordentlich. Nichts, wofür sich die „Braunschweiger Zeitung“ schämen müsste. Dennoch ein paar Anmerkungen. Der (viel zu lange) Opener ist ein Relikt des Fernsehens. Er dient dazu eine Sendung von der vorhergehenden zu trennen. Wenn ich aber „Web-Nachrichten“ anklicke, dann brauche ich nicht noch einmal einen Opener, der verkündet, das eben diese Nachrichten nun kommen.

Der Kollege, der die Nachrichten präsentiert, stellt sich gar nicht vor. Wie unvorstellbar wäre es, wenn uns niemand sagt, das es Tom Buhrow ist, der uns gerade die Themen des Tages in den „Tagesthemen“ präsentiert. 

Was mich amüsiert ist der Verweis auf die gedruckte Ausgabe: „lesen Sie morgen in der Zeitung“. Dahinter mag die etwas naive Vorstellung stehen, dass jemand die Zeitung kauft, nur weil er in den „Web-Nachrichten“ von einem interessanten Thema gehört hat. Ein Verweis auf einen Online-Artikel – schön und gut – aber doch nicht auf die Zeitung!

Und auch für diese Internet-Nachrichtensendung gilt, was immer für Internet-Nachrichtensendungen gilt: Problematisch ist im Netz immer eine vorgegebene Abfolge von Themen, die ich nicht weiter beeinflussen kann. Vielleicht interessiert mich eines der drei Themen – aber das ich alle spannend finde, das ist doch eher unwahrscheinlich. Mir fehlen auch bewegte Bilder in der Sendung. Nur der Moderator bewegt sich, dazu gibt’s langweilige Standbilder. 
Was aber wirklich vorbildlich ist: Die “Web-Nachrichten” können in anderen Seiten eingebettet werden. So soll es sein!

Mrz 18 2009

Rechte-Probleme

Ist es naiv zu denken, man dürfe Ausschnitte aus einer aktuellen Fernsehshow für ein Web-Video verwenden? Offenbar… Kürzlich wollte ich für einen Film einen Ausschnitt aus der Verleihung des Musikpreises „Echo“ verwenden. Aber daraus wurde nichts. Die Juristen hatten gleich eine ganze Liste von (berechtigten) Bedenken. 

  1. Die Show darf nur als Ganzes verwendet werden – laut Vertrag zwischen Rundfunkanstalt und Produktionsfirma. 
  2. Es gibt nur Onlinerechte für den Abruf der ganzen Show für sieben Tage ab Ausstrahlung.
  3. Es gibt noch keine Einverständniserklärungen der gezeigten Künstler, dass sie nichts gegen eine Onlinenutzung haben. 

Aber auch hier wieder die absurde Situation: Bei YouTube ist der besagte Ausschnitt natürlich abrufbar – wenn auch mal wieder illegal… Erschreckend finde ich nur, dass eine legale Nutzung so ohne Weiteres nicht möglich ist – und das bei einer Sendung aus dem Jahr 2009. Als jemand, der vom Lizengeschäft ausdrücklich keine Ahnung hat, wundert es mich, dass solche Verträge mit derartigen Restriktionen abgeschlossen werden. Vermutlich verlangen die Produzenten für die unbeschränkte Onlinenutzung doch sehr satte Aufschläge… Aber ist das zeitgemäß?

Feb 11 2009

Reichweiten-Experimente

Ein Verlag oder eine Rundfunkanstalt sind heute nicht mehr nötig um einen Film zu verbreiten. Theoretisch zumindest. Denn auch ein Zukunftsjournalist will natürlich Geld verdienen. Aber in diesen Aspekt habe ich erstmal außen vor gelassen, als ich einen Film für YouTube und andere Videoplattformen produziert habe -- mit professionellen Mitteln.  

Thema: Ein Rundgang auf dem neuen Kreuzfahrtschiff „Celebrity Solstice“ der US-Reederei Celebrity Cruises. Zum damaligen Zeitpunkt (Oktober) hatte so gut wie niemand gesehen, wie es an Bord aussieht. 

Beworben habe ich diesen Film in diversen Foren. Das Ergebnis nach drei Monaten: Gut 5000 mal wurde das Video abgerufen. Verglichen mit Reichweiten im Fernsehen, sind das vergleichsweise wenige Menschen. Bei diesem Thema bot es sich nun an, auch eine englischsprachige Fassung des Films zu machen -- schließlich stammt das Schiff von einer amerikanischen Reederei. 

Die Reichweite hier: Bisher rund 12000 Abrufe. Eine Fünf-Sterne-Bewertung -- trotz zweier hämischer Kommentare, die sich auf meine Aussprache als nicht Nicht-Native Speaker beziehen („the speaker sucks“, „the guy talking sounds weird“). 

Also insgesamt bislang rund 17000 Abrufe (pro Woche werden es etwa 1000 mehr!). Das stellt ja schon eine gewisse Größe dar. Nur wie damit Geld verdienen? Dass so ein professioneller Film als Eigen-PR interessant sein kann, habe ich schon zu spüren bekommen. Ich bekam nämlich die Anfrage eines russischen Unternehmens, dass vorher 3D-Animationen des Schiffs produziert hat, ob sie das Filmmaterial haben könnten. Allerdings stellte sich heraus, dass sie leider dafür kein Geld ausgeben wollten… 

Die Frage ist, wann die Video-Plattformen ihre Inhaltsproduzenten an den Werbeerlösen beteiligen werden. Ein Rechenbeispiel: Ein Verlag verlangt für tausend Kontakte durch einen Pre-Roll-Spot vor dem Video 50 Euro. Bei 17000 Abrufen wären das theoretisch 850 Euro. Wenn man bedenkt, dass das Video an einem Tag von einer Person produziert wurde, ein hervorragender Wert. Selbst wenn es nur 20 Euro pro tausend Kontakte geben würde, wären das noch Einnahmen von 340 Euro. Eine andere Möglichkeit: Micro-Payment. Wenn jeder Zuschauer nur 5 Cent bezahlt hätte, wären das 850 Euro. 

Hätte -- es war eben nur ein Experiment. Aber es zeigt: Gute Videoinhalte finden im Netz ihre Nutzer -- auch weltweit. Jetzt muss es nur noch Geld dafür geben!

Jan 09 2009

Plädoyer für die „eierlegende Wollmilchsau“

Wenn von Veränderungen des Journalistenberufs die Rede ist, dann gibt es Chefredakteure, die betonen, dass Journalisten keine „eierlegenden Wollmilchsäue“ sein müssten. Aber warum eigentlich nicht? Nur weil sie es selbst nicht sind?

Um nicht missverstanden zu werden: Eine thematische Spezialisierung halte ich für sinnvoll, aber handwerklich sollten wir Journalisten künftig breiter arbeiten können als bisher. 

Schon im vergangenen Jahrhundert bekamen Journalisten mehr Aufgaben – Fotografieren oder Layouten kamen bei dem einen oder anderen hinzu. Radiojournalisten mussten ihre Beiträge plötzlich selbst schneiden, von Fernsehjournalisten wurde hier und da gefordert, dass sie ihre Filme auch selbst drehen und bearbeiten. 

Nun wäre es ein Irrglaube anzunehmen, die Entwicklung wäre an dieser Stelle beendet. Im Gegenteil. Im Internet kommt nun all das zusammen, was sonst streng getrennt war. Jetzt werden für die Websites der Verlage auch Audio- und Videobeiträge benötigt. Nur: Wer soll die liefern? Wenn‘s nach den meisten Journalisten geht, dann nicht sie selbst. Nein, der Verlag müsse dafür doch zusätzliches Personal einstellen. Nur wie soll das gelingen, wenn auf der einen Seite das klassische Geschäftsmodell der Verlage immer mehr ins Wanken gerät und die Erlöse im Internet eher tröpfeln als sprudeln? Schlimm genug, dass in vielen Häusern separate Online-Redaktionen eingerichtet wurden, wo unterbezahlte Journalisten sitzen, die sich aber wenigstens mit Photoshop und Content-Management-Systemen auskennen. Und wie soll es gelingen im Internet erfolgreich zu sein, wenn die Print-Kollegen die Arbeit der Onliner nicht unterstützen?

In so einer Situation müssen sich die Journalisten verändern. Wobei junge Journalisten im Vorteil sind. Sie haben oft auch in einem Print-Volontariat schon Grundzüge des Multimedia-Handwerks gelernt. Wissen, dass allerdings im Regelfall danach erstmal brach liegt. Was nützt es, ein paar Tage lang gelernt zu haben, wie ein Fernsehbeitrag aussieht, wenn man dieses Wissen dann jahrelang gar nicht benötigt? Wobei ein paar Tage auch nicht ausreichen – hier muss sich auch die Journalisten-Ausbildung verändern!

Erfreulicherweise hat sich aber auch die Technik verändert. Um Audiobeiträge zu produzieren reicht ein Aufnahmegerät, dass in einem handlichen Mikrofon eingebaut ist („FlashMic“), geschnitten werden kann der Beitrag sogar auf einem günstigen Netbook. Die Schnittsoftware kostet nichts mehr. So als hätte Telefunken vor 20 Jahren seine Tonbandgeräte verschenkt. Für einfache Videos reicht eine kleine handliche Kamera – der Umgang damit ist schnell gelernt. Auch einfache Videoschnittsoftware gibt es kostenlos. Wenn nun journalistische Laien voran preschen und Videos drehen und veröffentlichen, dann kommt auch der Journalist nicht drum herum, sich aufs multimediale Arbeiten einzustellen. Die technischen Hürden sind gering. Aber klar ist: Der Beruf des Journalisten erfordert sehr viel mehr technisches Know-How als noch in den vergangenen Jahr. Wer sich dieser Herausforderung nicht stellt, wird ein Problem bekommen.  

So lange Radio und Fernsehen noch hohe Reichweiten haben, werden sicher hier noch Spezialisten gebraucht. Aber wenn das Internetangebot einer Lokalzeitung oder einer Zeitschrift erfolgreich sein soll, dann muss es auch multimediale Inhalte liefern. Und die kommen nicht von Journalisten, die nur schreiben und fotografieren können. 

Dez 16 2008

Was Facebook der Zeitung voraus hat

Schneller geht’s nicht: Mit der Facebook-Applikation des iPhones ein Foto machen – und innerhalb von Sekunden wird es auf der eigenen Facebook-Seite eingebunden. Ganz unkompliziert. Freunde, Bekannte und Kollegen bekommen das Bild direkt angezeigt. Okay, das sind in meinem Fall nur knapp 60 Menschen, die das Foto dann sehen – das ist im Vergleich zu den klassischen Medien eine lächerlich niedrige Reichweite. Aber diese 60 Menschen interessieren sich wohl eher für das Foto, als für das, was sie so in ihrer Zeitung zu sehen bekommen.

Warum mich diese Schnelligkeit so fasziniert? Ich kenne es noch ganz anders. Als ich vor 13 Jahren Reporter in der Redaktion Wolfenbüttel der „Braunschweiger Zeitung“ war, da sorgte ein Fototermin am späten Nachmittag schon für Umstände. Christa, die Fotolaborantin, musste länger bleiben, um den Film noch aktuell zu entwickeln. Das ging übrigens 1995 nur in Schwarz-weiß – Farbfilme mussten zum einzigen Fotohändler am Ort mit einem Sofort-Entwicklungsautomaten gebracht werden. Wobei vierfarbig sowieso nur gedruckt werden konnte, wenn das mehrere Tage vorher beim CvD angemeldet wurde… Lag der Abzug erstmal vor, musste er per Kurier ins Pressehaus nach Braunschweig gebracht werden. Scanner gab es zwar Mitte der 90er-Jahre schon, aber so weit war man damals bei der „Braunschweiger Zeitung“ noch nicht. 

Jetzt dauert das Veröffentlichen eines Fotos also nur noch Sekunden – natürlich in Farbe! Die Zeitung ist dafür nicht mehr nötig – Fotolaboranten, Kuriere, Verlage und Journalisten auch nicht. 

Dez 08 2008

Wenig Geld für Video-Leserreporter

Bevor Kai Diekmann die große Video-Leserreporter-Offensive ausgerufen hat, hatte ich mich gefragt, wie wohl die Videos auf „Bild.de“ bezahlt werden. Nun steht es fest: Die Bezahlung ist wirklich überaus bescheiden. Im Prinzip wird für die Videos kein Geld gezahlt, nur wenn der Film von den Nutzern zum „Video der Woche“ gewählt wird, dann gibt es 1000 Euro. Zum Vergleich: Wird ein Leserreporter-Foto in der Bundesausgabe der „Bild“ gedruckt, dann gibt‘s 500 Euro. Die gleiche Summe gibt es, wenn ein Standbild des Videos abgedruckt wird. 

Aber wer die Denkweise in den Verlagen kennt, den überrascht das im Grunde nicht. Investiert wird immer noch in erster Linie ins gedruckte Produkt. Nur ist es ja so, dass die Videos auf „Bild.de“ auch vermarktet werden. Mit den kostenlos abgestaubten Videos wird also Geld verdient. Da wäre ein Beteiligungsmodell angemessen gewesen – 50 Prozent der Werbeeinnahmen gehen an den Einsender des Videos. Damit wäre die Videosektion auf „Bild.de“ auch attraktiver als YouTube – dort läuft ja die Vermarktung bisher eher schleppend, und dementsprechend wird eine Beteiligung der Inhalteproduzenten an den Werbeerlösen noch einige Zeit auf sich warten lassen.

Dez 03 2008

Kommen jetzt wirklich die Video-Leserreporter?

Bild-Chef Kai Diekmann wird nicht müde die Erfolge seiner so genannten Leserreporter zu betonen. Rund 9000 Fotos wurden von denen bisher abgedruckt. Jetzt sollen auch Videos folgen – möglichst gedreht mit der „Bild.de-Leserreporter-Kamera“, die es ab morgen bei Lidl zu kaufen gibt. Ich bezweifle aber, dass es gelingt, die Erfolge mit den Fotos im großen Stil auf Bewegtbild zu übertragen. 

Denn: Was hat Diekmann eigentlich nur gemacht bei der Einführung der Leserreporter? Er hat eine Infrastruktur geschaffen, dass Fotos einfach den Weg in die Redaktion finden. Mehr nicht. Niemand musste mit Technik ausgerüstet werden – schließlich hat heutzutage fast jeder einen Fotoapparat dabei, wenn es auch nur ein Kamera-Handy ist. 

Mit Videos sieht das noch ein bisschen anders aus: Zwar können einige Handys auch Videos aufzeichnen, die Qualität ist oft allerdings schlecht, wenn es nicht grad eines der Top-Modelle ist, wie das N95 von Nokia. Wobei man mit dem derzeitigen Lieblingshandy aller Technik-Fans, dem iPhone, standardmäßig gar keine Videos machen kann. 

Da liegt ja der Gedanke nahe: Wenn also Videokameras nicht in dem Maße beim Bild-Leser verfügbar sind, wie es wünschenswert wäre, dann verkauft man denen einfach eine Kamera. Nur: Wer kauft sich sich eine Videokamera mit dem primären Ziel eventuell mal mit einen Clip auf Bild.de vertreten zu sein? Die Chance, dass man einem außergewöhnlichen Ereignis zufällig beiwohnt, ist doch eher gering. Und wehe man hat dann die Videokamera gar nicht dabei… 

Es ist schon gut die Voraussetzungen zu schaffen, dass Leser problemlos auch Videos zur Redaktion hoch laden können. Es wird allerdings schwierig sein, sie dazu zu bewegen, dass sie künftig eine zusätzliche Videokamera mitschleppen im Alltag. Und selbst wenn das gelingt: Das meiste so gewonnene Videomaterial wird doch nur so spannend wie ein durchschnittliches YouTube-Video sein…

Dez 01 2008

Wie 1Live die Jungen zum WDR-Fernsehen lockt

Öffentlich-rechtliches Fernsehen hat bei jungen Leuten ein Akzeptanzproblem. Anders ist das noch beim Hörfunk. Die jungen Wellen haben die Nutzer, von denen die Fernsehkollegen nur noch träumen. 1999 versuchte daher das WDR-Radioprogramm 1Live seinen Erfolg mit „1Live TV“ aufs Fernsehen zu übertragen. Der Versuch misslang. Die Akzeptanz bei den Zuschauern war enttäuschend.

Jetzt gibt’s einen neuen Anlauf – aber so, wie es sich für das Jahr 2008 gehört. Beiträge aus dem WDR-Fernsehen kann man auf der 1Live-Homepage anschauen – im „1Live Fernseher“. Das ist eine Mediathek mit Videos zu Themen, die junge Leute interessieren. Unterteilt in Rubriken, wie Welt, Job, Kultur, Leben und Wissen.

Wer die Strukturen in den öffentlich-rechtlichen Anstalten kennt, ist überrascht, wie so etwas Innovatives entstehen konnte. Schließlich kommen die Filme aus der Programmdirektion Fernsehen des WDR, und 1Live gehört zur Programmdirektion Hörfunk. Normalerweise liegen Welten zwischen diesen Bereichen. Umso erfreulicher, dass es zu dieser Zusammenarbeit kam.

Und noch mehr Lob: Die Videos können bewertet und kommentiert werden. Außerdem können Sie in Social Networks, wie MySpace oder Facebook, gepostet werden. Über neue Videos informiert die Redaktion per Twitter. Der „1Live Fernseher“ ist damit ein Vorbild – so sollte eine öffentlich-rechtliche Mediathek im Jahr 2008 sein!

Nov 26 2008

Der Ehrliche ist im Netz der Dumme

Wer ein Video im Netz veröffentlicht, der muss oft komplizierte Rechtefragen klären. Hat man überhaupt die Internetrechte für die entsprechenden Bilder? Wurde auch keine Musik verwendet, für die die Gema Tantiemen fordern könnte? Und so weiter… Bei den großen Sendeanstalten werden diese Fragen vorher genau geklärt – zu groß ist die Angst vor nachträglichen Forderungen der Rechteinhaber. Kritische Passagen werden einfach entfernt. Oder ganze Sendungen werden erst gar nicht online angeboten. Oder aber, es ist nur möglich die Sendung zu streamen und nicht herunterzuladen. Das Web-TV wird so zum Light-TV.

Im Vorteil ist mal wieder die scheinbar rechtsfreie Zone YouTube. Hier gibt’s die Dinge, die die Sender aus Rechtegründen nicht anbieten können. Im Prinzip illegal – aber nur wenige scheint es zu stören. Wobei YouTube ja zum Teil auch schon mit Rechteinhabern kooperiert.

Die Dummen sind also im Netz diejenigen, die die Urheberrechte achten. Für die ist das eine denkbar unbefriedigende Situation.

Und wie gehen die Rechteinhaber künftig damit um? Die Antwort ist bei GEMA & Co. noch nicht gefunden. Zu groß ist die Angst, anzuerkennen, dass sich die Verbreitung von Bildern, Texten und Tönen im Internet nun mal nicht kontrollieren lässt. 

WordPress Themes